Franz Erhard Walther
Anordnungskünste. Menschenformationen vor Kunst, in Kunst, als Kunst.
Ringvorlesung der HfG Offenbach im Frankfurter KV
Feb 6, 2012

 

Betrachter im Sack. Walthers Werkhandlungen zwischen
Demokratieversprechen und Partizipationsformalismus


Alexander Koch im Gespräch mit Franz Erhard Walther
20:00 Uhr, Frankfurter Kunstverein

 

Das Gespräch mit dem Künstler untersucht eine scheinbare Ambivalenz: Gilt Walther seit 50 Jahren als Pionier eines prozess- und handlungsorientierten Kunstbegriffs, so wurde ihm doch zugleich auch die formale Enge und Strenge seiner skulpturalen Nutzungsangebote immer wieder vorgehalten. Eine detailgenaue Betrachtung der Waltherschen Inszenierungen von Werk, Publikum und Künstler im Verlauf der Sechziger- und Siebzigerjahre soll hier Klärung bringen. Einerseits sollen Walthers Werkhandlungen und -demonstrationen in den historischen Kontext von Mentalitäten der "Bonner Republik" gerückt werden. Anderseits soll ihre Einbettung in die Perspektive eines "Partizipatorischen Minimalismus" zeigen, dass Walther zeitgleich zur Entstehung des amerikanischen Minimalismus ein verwandtes, in seiner Betrachteraktivierung jedoch weitergehendes minimalistisches Vokabular erarbeitete. Anhand ausgewählter Arbeiten aus Walthers “1. Werksatz” (1963-1968) soll zudem überprüft werden, welchen Spielraum der Künstler seinen Publika und auch sich selbst für die Aneignung und Interpretation seiner skulpturalen Nutzungsangebote einräumte.

Quelle: KOW BERLIN